Ratgeber

Welchen Reifen brauche ich für mein E-MTB?

6 Min LesezeitVeröffentlicht
Reifen-Finder

Welche Reifen fährst du?

Vorder- und Hinterreifen können unterschiedlich sein. Marke, Modell, Breite und Karkasse stehen auf der Flanke — als EXO, DD, GRAVITY PRO oder ähnlich.

Schritt 1 · Marke
Hinterreifen
Assegaihinten gleich · 29×2,50
Schritt 3 · Laufradgröße
Schritt 4 von 6 · Wie kommt das Rad hoch?

Beantworte die Fragen oben — danach steht hier, welche Karkasse und welche Mischung Maxxis für deine Angaben nennt und welcher Satz zu deinem Laufrad passt.

Zum Nachschlagen · alle Karkassen für Assegai in 29×2.50

Reihenfolge und Zweck stammen von Maxxis. Klick auf die Karkasse, die du aktuell fährst — dann steht daneben, was die nächste Stufe wiegt.

Hinweis: Gewichte, Zwecke und die Aufteilung vorn/hinten sind Herstellerangaben mit Fundstelle. Punktwertungen zu Grip, Pannenschutz oder Verschleiß gibt es hier nicht — die veröffentlicht kein Hersteller je Variante. Maßgeblich für die Reifenfreiheit ist immer die Angabe deines Radherstellers.

Nicht das Modell entscheidet, sondern die Variante

Wer einen Reifen kauft, wählt einen Namen — Assegai, Magic Mary, Kryptotal. Der Name ist aber nur die Profilform. Darunter liegen zwei Entscheidungen, die viel mehr ausmachen: Karkasse und Mischung.

Wie groß der Unterschied ist, sieht man schon innerhalb einer Marke: Beim Maxxis Minion DHR II liegen in 29 und 27,5 Zoll fast 600 Gramm zwischen leichten und schweren Varianten. Bei Schwalbe trennt die neue MTB-Logik zusätzlich zwischen TRAIL, GRAVITY und RACE. Continental sortiert Gravity-Reifen über Trail, Enduro und Downhill. Gleicher Zweck, drei Systeme.

Genau hier verlaufen die meisten Fehlkäufe: Man bestellt „denselben Reifen wie vorher" und bekommt eine andere Karkasse. Oder man liest, ein Reifen sei gut, ohne dass dazusteht, in welcher Ausführung.

Die Karkasse ist die eigentliche Entscheidung

Die Karkasse ist der Unterbau des Reifens. Sie bestimmt, wie viel Durchschlagschutz du hast, wie stabil der Reifen in der Kurve steht — und wie schwer er ist. Alle drei Hersteller staffeln sie, aber jeder mit eigenen Namen:

  • Maxxis — EXO, EXO+, DoubleDown, Downhill
  • Continental — Trail, Enduro, Downhill
  • Schwalbe — Super Ground bis Super Downhill in der älteren Benennung, dazu TRAIL PRO und GRAVITY PRO in der neueren

Maxxis und Continental veröffentlichen dazu eigene Einsatzzwecke im Klartext. Schwalbe trennt die neue MTB-Linie stärker über Kategorien und Linien: GRAVITY für Downhill, Enduro, Bikepark und Freeride, TRAIL für Singletrail und All-Mountain. Wo ein Hersteller keine direkte Reihenfolge veröffentlicht, sortiert der Finder nach Gewicht und kennzeichnet das als unsere Einordnung.

Warum es keine Umrechnung zwischen den Marken gibt

Die häufigste Frage beim Markenwechsel lautet: Was entspricht meiner DoubleDown bei Schwalbe? Darauf gibt es keine belegbare Antwort. Kein Hersteller veröffentlicht eine Entsprechung zu den Karkassen der Konkurrenz, und wir erfinden keine.

Vergleichbar ist einzig das Gewicht — und auch das nur mit Vorbehalt, weil es Karkasse und Profil zusammen enthält. Für die drei Gravity-Fronttreifen in 29 Zoll sieht es so aus:

Maxxis AssegaiSchwalbe Magic MaryContinental Kryptotal-Fr
EXO — 1082 gTrail — 1060 g
EXO+ — 1219 gTRAIL PRO — 1155 gEnduro — 1165 g
DoubleDown — 1370 gGRAVITY PRO — 1340 gDownhill — 1305 g
DH — 1480 gGRAVITY — 1455 g

Quer lesen darf man diese Tabelle nicht. Dass Assegai EXO und Kryptotal Trail beide um 1060 bis 1080 Gramm liegen, heißt nicht, dass die Karkassen gleich sind. Was man ablesen darf, ist etwas anderes und praktisch nützlicher: Die Marken haben unterschiedlich viele Stufen. Maxxis gibt dir vier, Continental drei — ein „eine Stufe härter" bedeutet bei Continental also einen größeren Sprung. Und unterhalb der TRAIL PRO hat Schwalbe für die Magic Mary überhaupt nichts.

Die Mischung entscheidet über Grip und Haltbarkeit

Auch hier veröffentlichen die Hersteller ihre eigene Staffelung. Maxxis trennt unter anderem Dual Compound, MaxxTerra und MaxxGrip. Continental arbeitet mit Endurance, Soft und SuperSoft. Schwalbe nutzt je nach Linie Soft, Ultra Soft und weitere Addix-Mischungen. Die Namen sind verschieden, der Zielkonflikt ist derselbe.

Weicher heißt bei allen dreien: mehr Grip, mehr Verschleiß, mehr Rollwiderstand. Das ist der Zielkonflikt, und keine Marke löst ihn auf.

Vorn und hinten gehören nicht dasselbe

Der Punkt, den fast alle Shops übergehen: Die Hersteller empfehlen die Aufteilung selbst. Schwalbe schreibt zum Albert wörtlich: „Du kannst auch kombinieren: Albert Soft am Hinterrad und Ultra Soft am Vorderrad." Continental nennt das Soft Compound eine „Grip-optimierte Vorderrad-Hinterrad-Kombination". Und Maxxis vergibt je Modell eine Montageposition — beim Assegai „Front", beim Minion DHR II „Rear".

Die verbreitete Faustregel „weich vorn, haltbar hinten" ist damit keine Foren-Weisheit, sondern eine Herstellerangabe.

Was dieser Finder nicht kann

Keine Punktwertungen. Werte für Grip, Pannenschutz oder Verschleiß je Variante veröffentlicht kein Hersteller. Sie hier zu erfinden wäre einfach und wäre eine Behauptung.

Keine Umrechnung zwischen Schwalbe alt und neu. Für die ältere Generation gibt es die Staffelung von Super Race bis Super Downhill. Die neue MTB-Logik ordnet Schwalbe selbst in RACE, TRAIL und GRAVITY ein. Der Finder nutzt diese Familienlogik, macht daraus aber keine Gleichsetzung mit Maxxis oder Continental.

Keine Aussage zur Reifenfreiheit. Ob eine breitere Größe in deinen Rahmen passt, steht beim Radhersteller — nicht beim Reifenhersteller.

Weiterlesen

333 Varianten aus den Produktseiten von Maxxis, Schwalbe und Continental, abgerufen am 18.08.2026. Karkassen- und Mischungsbeschreibungen im Wortlaut der Hersteller. Gewichte sind Herstellerangaben.

Häufige Fragen

Was bedeuten EXO, Super Trail und Enduro-Casing?
Das sind Karkassennamen der Hersteller, aber keine gemeinsamen Standards. Maxxis nutzt EXO, EXO+, DoubleDown und Downhill. Schwalbe arbeitet je nach Generation mit Super Trail, Super Gravity, Super Downhill sowie TRAIL PRO und GRAVITY PRO. Continental nennt die Stufen Trail, Enduro und Downhill. Der Finder zeigt deshalb jede Marke in ihrer eigenen Logik.
Welche Karkasse brauche ich am E-MTB?
Das hängt von Radgewicht, Fahrweise und Marke ab. Bei Maxxis landet man oft zwischen EXO+ und DoubleDown, bei Continental zwischen Enduro und Downhill, bei Schwalbe je nach Reifenfamilie zwischen TRAIL PRO, GRAVITY PRO oder den älteren Super-Karkassen. Wichtig ist: Der Finder empfiehlt nicht nach Bauchgefühl, sondern zeigt Herstellereinsatz, Gewicht und unsere Zuordnung nebeneinander.
Kann ich Maxxis, Schwalbe und Continental direkt vergleichen?
Nur eingeschränkt. Kein Hersteller veröffentlicht eine offizielle Entsprechung zu den Karkassen der anderen. Vergleichbar sind Gewicht, Einsatzzweck und verfügbare Varianten, aber nicht nach dem Muster „DoubleDown = Super Gravity = Enduro“. Der Finder stellt die Leitern nebeneinander und markiert, wo eine Sortierung von uns kommt.
Welche Mischung brauche ich: MaxxTerra, Soft oder SuperSoft?
Weichere Mischungen bringen mehr Grip und Dämpfung, rollen aber zäher und verschleißen schneller. Maxxis trennt zum Beispiel MaxxTerra und MaxxGrip, Continental Endurance, Soft und SuperSoft, Schwalbe Soft und Ultra Soft. Deshalb ist vorn oft mehr Grip sinnvoll, hinten eher Haltbarkeit und Rollwiderstand.
Warum fragt der Finder vorn und hinten getrennt?
Weil viele sinnvolle Reifensätze nicht aus zweimal demselben Reifen bestehen. Maxxis kennzeichnet Modelle als Front oder Rear, Schwalbe und Continental beschreiben selbst Kombinationen mit griffigerer Vorderachse. Ein Vorderradfehler fühlt sich anders an als ein Hinterradplatten, deshalb trennt der Finder beide Positionen.
Wo steht die Karkasse am Reifen?
Auf der Reifenflanke, meist in der Beschriftungszeile neben Größe, Mischung und Modellnamen. Bei Maxxis steht dort zum Beispiel EXO, EXO+, DD oder DH; bei Schwalbe Super Trail, Super Gravity, TRAIL PRO oder GRAVITY PRO; bei Continental Trail, Enduro oder Downhill. Wenn die Schrift fehlt, hilft oft das Gewicht als Plausibilitätscheck.
Warum gibt der Finder keine Punktwertung für Grip oder Pannenschutz?
Weil kein Hersteller solche Werte je Variante veröffentlicht. Wir müssten sie erfinden. Was es gibt, sind Gewicht, Einsatzzweck und die Aufteilung vorn/hinten — alles Herstellerangaben, alle mit Fundstelle. Wo etwas nicht belegt ist, steht es nicht da.